Mit Augenblick die Nase vorne

Von Andreas Weber

EU-Projekttag im Berufskolleg

Vom 4. bis 7. Juni wird in den 27 Mitgliedsstaaten das Europäische Parlament gewählt. Eine Wahl, die in Deutschland erfahrungsgemäß nicht für Beteiligungsrekorde sorgt. Gerade die Erstwähler können mit der EU und deren Bedeutung nicht viel anfangen.

Das Berufskolleg ist angetreten, Bewusstsein für die siebte Legislaturperiode zu schaffen.

Den vom NRW-Schulministerium ausgelobten EU-Projekttag nutzte die Schule gestern, um ausführlich für die Politik zu werben, die 736 Abgeordnete in Straßburg gestalten werden. Der Unterricht drehte sich, von langer Hand vorbereitet, um Europa. H 3 entwickelt "Europoly": Wissen und Würfeln entscheiden Die H 3 hatte "Europoly" entwickelt, ein Spiel, das locker angelehnt an den Klassiker Monopoly, mit Wissen und Würfeln zum Erfolg führt. Vier Klassen der Unterstufe in der Höheren Handelsschule (HöHa) spielten die Eigenkreation gestern parallel.

Fünf Brettspiele hatte die H 3 mit viel Engagement und Aufwand gefertigt, eines davon nach Düsseldorf eingeschickt. Die Kollegschüler hoffen, damit bei einem Landeswettbewerb einen Preis zu gewinnen. Die H 7 und H 8 hatten Stellwände gegenüber dem Sekretariat mit Informationen zur EU bestückt.

Unter dem Stichwort "Schöner wählen" waren mehrere Wahlplakate gestaltet worden. Edda Hartmann, Vanessa Haas und Natalie Arnolds hatten mit ihrem Entwurf, einem Auge ("Eine Stimme für Europa . . . und für viele ein Blick in die Zukunft") die Nase vorne. Direkt morgens zu Schulbeginn hatten elf Klassen an einem Quiz teilgenommen, bei dem 21 Fragen zum EU-Parlament beantwortet werden mussten.

Politikpädagogin Uta-Michaela Finke hatte den Vormittag geplant und war am Ende zufrieden: "Ich glaube, es ist uns gelungen klarzumachen, wie entscheidend die EU unser Leben beeinflusst." Finke hatte auch dafür gesorgt, dass Gäste Rede und Antwort standen. So gab es zwei Besucher von den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) sowie vier Young European Professionals, jugendliche Mentoren, die ihr Wissen über Europa weitertragen.

Außerdem half auch Lehrerin Nathalie Krekow mit Auskünften weiter. Vier Tage die Woche unterrichtet sie Wirtschaft am Kolleg, den fünften arbeitet sie in der EU-Geschäftsstelle bei der Bezirksregierung Köln. Über Krekow können Schüler Informationen ( 02 21 / 147 25 16) einholen, wie sie Fördermittel für Praktika im Ausland erhalten.

Am Freitag, 20. März (9.15 bis 10.45 Uhr), werden drei EU-Parlamentarier (CDU, SPD, FDP), darunter Herbert Reul, zu einer Podiumsdiskussion im Berufskolleg erwartet. Schulleiterin Sylvia Wimmershoff setzt auf Langfristigkeit. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Und so wird das Berufskolleg auch nach dem 7. Juni darauf vorbereiten, dass die nächsten Entscheidungen bevorstehen.

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